Dann saß ich eines Nachmittags bei meiner Nachbarin Brigitte zum Kaffee. Sie hat ein ähnliches Zuhause – große Schiebetüren zum Pool, viel Glas überall.
Ihr Glas war makellos. Nicht „ganz ordentlich" makellos. Wirklich tadellos. Ich konnte glasklar durch die Scheiben auf den Gartenzaun schauen, als wäre das Glas gar nicht da.
Ich fragte sie, wann sie zuletzt den Fensterputzer hatte. Sie schaute mich einen Moment lang verständnislos an und sagte dann, sie habe seit dem vergangenen Jahr keinen mehr bestellt.
Ich dachte, sie macht einen Witz.
Sie ging in die Küche, kam mit einem dunkelgrauen Tuch zurück und erklärte mir, dass sie die Scheiben einmal pro Woche einfach damit und Wasser abwischt.
„Das war alles. Kein Spray. Kein Eimer. Kein Abzieher."
Das dauert bei ihr etwa fünfzehn Minuten für das ganze Haus. Das Tuch hieß GlanzFuxx XXL. Ich hatte noch nie davon gehört.
Sie erklärte mir etwas, das meine Sichtweise auf das Fensterputzen grundlegend verändert hat.
Jeder Glasreiniger – Markenprodukte, Supermarktware, die angeblich „streifenfreien" Varianten, alle ohne Ausnahme – hinterlässt nach dem Wischen einen hauchdünnen Chemiefilm auf dem Glas. Den sieht man zunächst nicht.
Das Glas wirkt im ersten Moment sauber. Aber sobald die Nachmittagssonne schräg einfällt, lässt dieser unsichtbare Film jeden Wisch, jeden Smear, jeden Überlappungsstreifen aufleuchten.